Einsatzbereich
Einsatzbereich
Bei Regenereignissen wird die anfallende Regenwassermenge in Regenbecken oder Staukanälen zwischengespeichert. Nach deren Vollfüllung werden die noch weiter zufliessenden Wassermengen über feste Entlastungsschwellen in das Gewässer entlastet und abgeleitet.
Wird an einer dieser festen Entlastungsschwellen zusätzlich die fremdenergiefreie, selbstregulierende RÜ-Stauklappen H eingesetzt, können dadurch erhebliche Kosteneinsparungen realisiert werden, bspw. durch die Steigerung des Rückhaltevolumens bei gleichzeitiger Verbesserung des Gewässerschutzes.
Zusätzlich erfüllt die RÜ-Stauklappe H auch die Anforderungen einer Rückstausicherung (Hochwasserschutz) zum Gewässer. Insbesondere bei Modernisierungs- oder Sanierungsmassnahmen eignet sich die RÜ-Stauklappe H durch ihre kompakte, individuell anpassbare Bauform sehr gut für die Nachrüstung.
Besondere Merkmale
- Höherer Gewässerschutz durch die Ausnutzung grösserer Rückhaltvolumen.
- Reduzierung der Baukosten durch höhere Rückhaltvolumen als bei festen Entlastungsschwellen.
- Konstanthaltung des Stauziels durch eine funktionsgerechte, kompakte Gegengewicht-Steuerungseinrichtung, die für ein hydrodynamisches Gleichgewicht in allen Stauklappenstellungen sorgt.
- Die Höhe des Stauziels ist auch nachträglich veränderbar.
- Hydraulisch günstig geformter Klappenmantel, ohne störende Elemente im Entlastungsbereich. Die Entlastungsschwellenlänge ist voll nutzbar.
- Hochwasserschutz für das Kanalnetz, mit Ausführungen in 3- oder 4-seitiger Abdichtung. Mit Systemen zur Grobstoff- und Schwimmstoffrückhaltung (Feinsiebrechenanlage, Kulissentauchwand) kombinierbar.
- Mechanischer Explosionsschutz gemäss ATEX-Richtlinie 2014/34/EU für Ex-Zone 1.
Funktionsbeschreibung
Durch den Einsatz einer RÜ-Stauklappe H wird das Rückhaltevolumen für das anfallende Regenwasser erhöht und dadurch der Gewässerschutz verbessert bzw. die Baukosten reduziert. Dies wird durch die Stauzielkonstanthaltung des maximalen Wasserspiegels vor der Stauklappe erreicht. Solange das, mittels des Gegengewichtes, eingestellte maximale Stauziel nicht erreicht ist, bleibt die Stauklappe in der Ruhestellung (geschlossen), es findet keine Entlastung statt. Ist das maximale Stauziel erreicht, reagiert die Stauklappe unmittelbar und schwenkt sich jeweils soweit von der Schwelle ab, dass die Stauzielvorgabe mit hoher Genauigkeit eingehalten wird. Bei Bedarf ist die Höhe des Stauziels auch nachträglich veränderbar.
Die hydraulisch günstige Form des Stauklappenkörpers, die Anordnung der Drehachse und des Gegengewichts sind das Ergebnis umfangreicher Berechnungen und hydraulischer Laborversuche. Durch diese Entwicklungsarbeiten wurde die Stauklappe bis zum technisch möglichen Optimum durchkonstruiert. Dies schlägt sich auch in dem sehr guten hydraulischen Abflussbeiwert der RÜ-Stauklappe nieder.
Die RÜ-Stauklappe H kann an der Decke, den Seitenwänden oder einem Unterzug befestigt werden. Werden Teile des Gegengewichts als Schwimmkörper ausgeführt, ist auch bei einer Entlastung unter Rückstau vom Gewässer eine annähernde Konstanthaltung des Stauziels möglich.
Zur Erfassung der Entlastungshäufigkeit, -dauer und -menge ist die RÜ-Stauklappe H für die Montage eines elektronischen Neigungssensors vorgerüstet. Durch den Einsatz eines Neigungssensors kann die momentane Entlastungswassermenge erfasst und durch entsprechende Messdatenerfassungs-Systeme registriert und ausgewertet werden.